271 по немецкому языку за 11 класс  Будько А.Ф., Урбанович И.Ю.

№271 по немецкому языку за 11 класс Будько А.Ф., Урбанович И.Ю.

авторы: Будько А.Ф., Урбанович И.Ю.

учебник


Немецкий 11 класс Будько 2012 страница 271

Deutsch ist Klasse

Ich hatte die Einladung einer französischen Kollegin, sie einmal in Frankreich zu besuchen. Ich habe gedacht, dass die Schüler der Stadt Straßburg besonders motiviert waren, sich mit anderen Kulturen auseinander zu setzen und andere Sprachen zu lernen. „Sind Sie eine echte Deutsche?", fragte mich ein 13-jähriges Mädchen und der Blick, mit dem sie mich anschaute, machte mich unsicher. Es war eine Mischung aus Skepsis, Unsicherheit, aber auch etwas Angst.

Besonderes Merkmal dieser Schule ist, dass sie in einem Arbeitervorort von Straßburg ist und dass hier viele ausländische Schüler lernen. Sie kommen aus Marokko, Tunesien, der Türkei und sehr viele aus Portugal. Als zweite Fremdsprache (nach Englisch) wird Deutsch und Portugiesisch gelernt.

Die Kollegin stellte mich kurz ihren Schülern vor. 25 Mädchen und Jungen, im Alter zwischen 13 und 14 Jahren betrachteten mich, Madame aus Deutschland, neugierig. Ich spürte gleich, dass sie sich mit mir unterhalten wollten. Ein 13-jähriges Mädchen neben mir flüsterte: „Madame, sind Sie wirklich eine echte Deutsche?" „Qui", flüsterte ich zurück. Ich begann darüber nachzudenken, warum es mir diese Frage gestellt hatte. Ich war so deutsch. Nach ein paar Monaten Aufenthalt in Frankreich fehlte mir das Graubrot, das gemütliche deutsche Frühstück fehlte mir auch.

Die Deutschstunde war zu Ende. Meine Banknachbarin schaute mich wieder fragend an. „Ach ja, eine echte Deutsche, was ist das denn?", fragte ich zurück. „Sehen Sie, Madame, wir hier in der Klasse sind bis auf einen Schüler alle Franzosen, denn wir sind in Frankreich geboren, und wenn man in Frankreich geboren ist, ist man Franzose. Jetzt ist man nicht mehr automatisch französisch." „Ja. Viele Schüler hier sind in Straßburg geboren und haben französische Eltern, aber einige Eltern kommen auch aus Tunesien und der Türkei", sagte ein Junge. „Mein Vater", sagte ein anderer Junge auf der letzten Bank, „ist Libanese, meine Mutter Französin, und mein Onkel wohnt in München." Jetzt wurde es richtig laut in der Klasse. Jeder hatte etwas zu erzählen. Einige begannen etwas auf Arabisch zu erzählen. Mitten in der Diskussion rief ein Mädchen in die Klasse: „Madame, meine Nachbarin will nicht glauben, dass es in Deutschland sehr viele Neonazis gibt." Und mit einem Schlag wurde es totenstill in der Klasse. Und bevor ich antworten konnte, begann ein anderer Schüler: „Bei uns gibt es Typen im Straßburger Fußballstadion, da muss man schon aufpassen. Aber in Deutschland sind sie überall." Plötzlich fragte ein Mädchen ganz laut: „Sind alle Deutschen wirklich Rassisten?" Und bevor ich überhaupt reagieren konnte, rief ein Junge: „Ja, und das kommt von "le Führer"." „Mensch, das ist doch schon lange her", rief ein anderer. „Wir sehen das alles im Fernsehen", bemerkte ein etwas schüchternes Mädchen in meiner Nähe. „Meine türkischen Verwandten leben in Deutschland. Wir haben Angst."

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