материалы к экзамену по немецкому языку для Беларуси

Текст 60 Das Buch

Parvati ging langsam hinter den Kühen her, die sie den steilen Berg hinauftrieb. Plötzlich blieb sie stehen: Ein Stück Papier war vor ihr auf einen Busch geflogen. Mit wenigen Schritten war sie bei dem Busch und griff nach dem Papier. Es war nur ein Zeitungsblatt, vom Regen durchnässt und schmutzig. Parvati hielt es fest, als wäre es etwas Wertvolles. Sie setzte sich auf einen flachen Stein und versuchte die auf dieses Stück Papier gedruckten Buchstaben zu entziffern.

Eine Bekannte hatte sie in die Kunst des Lesens eingeführt und ihr diesen Rat gegeben: „Wenn du irgendwo etwas Gedrucktes findest, nimm es und lies es! Es macht nichts, wenn du nichts verstehst, mach dir zur Gewohnheit, alles zu lesen, was dir in den Weg kommt, und mit der Zeit wirst du es auch zu verstehen beginnen."

Sie befolgte den Rat und griff nach jedem Stück gedruckten Papiers, von dem sie schon eine ganze Menge gesammelt und in ein sauberes Tuch eingepackt hatte.

Ihr Vater Ramdschi war glücklich, dass seine Tochter eine Gelehrte geworden war und ein Buch lesen konnte. Aber als er Parvati Altpapier aufheben und die einzelnen Teile davon stundenlang zusammenlegen sah, verging seine Bewunderung und er begann sich zu fragen, ob seine Tochter im Kopf richtig sei. Warum sollte ein Bauernmädchen wie Parvati so hungrig aufs Lesen sein? Die Mädchen aus dem Dorf wuchsen doch nur heran, um zu heiraten, Kinder zu kriegen und zu sterben. „Meine Tochter verliert den Verstand!", dachte Ramdschi.

Bald hatte er für seine Tochter den passenden Mann ausgesucht, doch seine Hoffnung, nach der Heirat könnte Parvati das Lesen vergessen, erfüllte sich nicht. Trotz der vielen Arbeit gelang es ihr immer wieder, für die Bücher Zeit zu finden.

Ihr Mann Schiwram, ein einfacher Bauernsohn, war sehr überrascht, als er seine Frau Parvati bei dem trüben Licht einer Petroleumlampe lesen sah. Da er selbst nie eine Schule besucht und nie etwas gelernt hatte, fiel es ihm natürlich auch nicht ein, dass das Lesen und das Schreiben etwas Wertvolles sein könnten. „Was hatten diese Dinge mit dem Leben des Menschen zu tun?", fragte er sich.

2. Finden Sie den Abschnitt, wo der Rat der Bekannten beschrieben wird, und lesen Sie ihn vor.

3. Antworten Sie auf folgende Fragen:

1) Wie reagierte Parvatis Mann darauf, dass er sie lesen sah?

2) Warum wollte der Vater, dass Parvati heiratet?

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