материалы к экзамену по немецкому языку для Беларуси

Текст 42 Eine glänzende Idee

„Bitte nehmen Sie Platz", sagte der Psychiater, „waren Sie schon einmal bei mir?"

„Nein", flüsterte die ältere Dame und setzte sich auf den Besucherstuhl, „ich war noch nie bei Ihnen, und ich bin auch heute nicht meinetwegen hier, sondern — nun, es handelt sich um meinen Mann."

„Aha", sagte der Psychiater.

„Es ist nicht mehr zum Aushalten, Herr Doktor! Seine Liebhabereien — nun, die hat er sein Leben lang gehabt. Aber auch andere Männer haben Liebhabereien." „Allerdings", sagte der Psychiater.

„Mein Mann jedoch", fuhr die altere Dame fort, „übertreibt diese Dinge so, dass ich nicht mehr an seinen gesunden Menschenverstand glauben kann. Er ist fünfundvierzig Jahre alt, aber was, glauben Sie, sammelt er? Autogramme!"

Der Psychiater lächelte. „Ich bin sogar schon sechsundfünfzig Jahre alt, gnädige Frau, und sammle ebenfalls Autogramme."

Die ältere Dame erschrak ein wenig. „Es kommt immer darauf an, wie man etwas tut, Herr Doktor. Stellen Sie sich vor, er hat mit allen Hotelportiers der Stadt ein Abkommen, und jedes Mal, wenn ein berühmter Mann absteigt, wird mein Mann angerufen, er rast ins Hotel, und dann kommt er triumphierend wie ein kleiner Junge mit dem Autogramm zurück!"

„Aber liebe gnädige Frau", lachte der Arzt, „das ist eine alte und bewährte Methode, die jeder Autogrammsammler kennt. Ich zum Beispiel mache es auch so, und wenn es weiter nichts ist..."

„Es kommt aber noch schlimmer, Herr Doktor! Vor kurzem hat mein Mann sich auf dem teuersten Papier Einladungen zu einem Maskenball drucken lassen und diese Einladungen — obwohl doch gar nicht Karneval ist — an alle Prominenten ringsum verschickt. Dieser Einladung hat er eine frankierte Postkarte beigelegt. Auf der Postkarte steht zu lesen: „Ich kann Ihrer Einladung zum Maskenball leider nicht folgen. (Bitte eigenhändig unterschreiben.)" Auf diese Weise gelingt es ihm, Unterschriften von Ministern, Dichtern, Schauspielern, ja, sogar von Gelehrten zu bekommen, die sonst gar nicht daran denken würden, ein Autogramm zu geben. Was sagen Sie dazu?"

Der Psychiater schlug mit der Faust auf die Schreibtischplatte und sagte voller Bewunderung: „Aber gnädige Frau, das ist ja eine glänzende Idee! Dass mir das nicht eingefallen ist!"

2. Finden Sie den Abschnitt, wo die ältere Dame die Vereinbarung ihres Manns mit den Hotelportiers beschreibt. Lesen Sie diesen Abschnitt vor.

3. Antworten Sie auf folgende Fragen:

1) Was sammelt der Mann der älteren Dame?

2) Warum ist die Dame zum Psychiater gekommen?

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